Grassauer Ortsgeschichte Das über 1000-jährige Grassau zählt zu den ältesten Orten im Chiemgau. In einem Urkundenbuch der Salzburger Erzdiözese wird erstmals 929 der Name „Grazzowe” erwähnt. 1218 wurde das Gebiet der neugegründeten Diözese Chiemsee zugeordnet. Bis Mitte des 18. Jahrhunderts regierten im Achental die Pfalzgrafen Kraiburg-Ortenburg als weltliche Herren. Die heutige.. Im Chiemgau wird’s euch nicht langweilig! Wir haben für euch unsere Empfehlungen für gelungene Ausflüge mit der ganzen Familie zusammengestellt. Zu den Ausflugs – Tipps Veranstaltungen in Grassau & Rottau Alle Termine und Infos das ganze Jahr über Veranstaltungskalender In Grassau & Rottau erwarten euch zahlreiche Veranstaltungen.
Grassau ist ein Markt im Landkreis Traunstein in Oberbayern und staatlich anerkannter Luftkurort.
Geographie
Die Gemeinde liegt in der Region Südostoberbayern im Chiemgau im Achental südlich des Chiemsees.
Gemeindegliederung
Es gibt 31 Gemeindeteile (in Klammern ist der Siedlungstyp angegeben):
Nachbargemeinden
Die Nachbargemeinden sind (im Uhrzeigersinn im Norden beginnend) Übersee, Staudach-Egerndach, Marquartstein, Schleching, Aschau im Chiemgau und Bernau am Chiemsee.
Geschichte
Bis zur Gemeindegründung, Markt
Der seit mindestens 1259 existierende Ort Grassau gehörte zum Rentamt Burghausen und zum Landgericht Marquartstein des Herzogtums bzw. Kurfürstentums Bayern. Der heutige Gemeindeteil Mietenkam wurde bereits 1114 urkundlich als Muytenheim erwähnt. Im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die heutige Gemeinde. Im Jahr 1965 erfolgte die Markterhebung.
Etymologie
Zwischen 1125 und 1147 tauchte der Ort als Grâzowo auf, 1144 als Grazzowe, ca. 1180 als Grazowe, zwischen 1180 und 1195 als Crassvowe, zwischen 1219 und 1234 als Grazzvowe, ca. 1259 als Grazav̂, kurz vor 1300 als Grazzawe, 1495 als Grassaw, 1514 als Grasaw, 1589 als Grassa und 1831 schließlich als Grassau. Der Ortsname bildet sich aus dem Grundwort -au und dem mittelhochdeutschen Bestimmungswort des ursprünglichen Flurnamens graz („junge Zweige von Nadelholz“).
Eingemeindungen
Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurde am 1. Januar 1972 die Gemeinde Rottau eingegliedert.
Ausgliederungen
Am 1. April 1938 wurden Gebietsteile an die neue Gemeinde Marquartstein abgetreten.
Einwohnerentwicklung
Zwischen 1988 und 2018 wuchs der Markt von 5561 auf 6851 um 1290 Einwohner bzw. um 23,2 %.
Politik
Marktgemeinderat
Die Gemeinderatswahlen seit 2014 ergaben folgende Sitzverteilungen:
Bürgermeister
Folgende Personen waren seit 1818 Bürgermeister der Gemeinde Grassau:
Wappen und Fahne
Der Marktgemeinde Grassau wurde am 12. November 1951 vom Bayerischen Staatsministerium des Innern das Recht verliehen, ein eigenes Gemeindewappen zu führen. Am 24. Juni 1954 wurde auch die Führung der Fahne in den Farben Blau–Silber–Grün genehmigt.
Partnergemeinden
- Italien Tscherms, Südtirol, Italien
- Deutschland Raschau, Erzgebirgskreis, Sachsen
- Frankreich Rognonas, Provence, Frankreich, seit 1974
Finanzen
Im Jahr 2013 betrugen die Gemeindesteuereinnahmen 4585 T€, davon waren 1081 T€ Gewerbesteuereinnahmen (netto).
Kultur und Sehenswürdigkeiten
- Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt aus dem Ende des 15. Jahrhunderts
- Museum Salz & Moor im Brunnhaus Klaushäusl der Soleleitung Reichenhall–Rosenheim
- Bayerisches Moor- und Torfmuseum im Rottauer Torfbahnhof am Rande des Naturschutzgebietes Kendlmühlfilzn
- Doktorhaus – 2006 komplett renoviertes historisches Gebäude in der Ortsmitte
- Grassauer Almen – großes Almgebiet in den Chiemgauer Alpen
Bodendenkmäler
Sport
Seit ihrem Aufstieg am Ende der Saison 2014 tritt die erste Männer-Mannschaft von Triathlon Grassau in der 1. Triathlon-Bundesliga an. Seit 2013 findet am Reifinger See jährlich der Grassauer Triathlon statt.
Die Grassauer Sportanlage wird regelmäßig von namhaften europäischen Fußballmannschaften und verschiedenen DFB-Auswahlmannschaften genutzt. Im Sommer 2015 fand dort die DFB-Schiedsrichterschulung statt.
Wirtschaft und Infrastruktur
Wirtschaft
Die im Jahr 1952 in Grassau angesiedelten Körting-Radio-Werke waren bis zur stufenweisen Auflösung des Betriebs Anfang der 1980er Jahre wichtigster Arbeitgeber am Ort. Fremdenverkehr spielte damals wie heute eine bedeutende Rolle.
Heute sind in dem Gewerbepark mehrere Firmen aus den unterschiedlichsten Gebieten tätig. Die größten sind die Firma Katek mit mehr als 600 Beschäftigten und die Firma Ruwel mit mehr als 200 Arbeitnehmern.
Es gab 2013 nach der amtlichen Statistik im Bereich der Land- und Forstwirtschaft zehn, im Produzierenden Gewerbe 711 und im Bereich Handel, Gastgewerbe und Verkehr 449 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. Bei Unternehmensdienstleistern waren am Arbeitsort 163 und öffentlichen und privaten Dienstleistern 250 Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es insgesamt 2139. Im verarbeitenden Gewerbe gab es drei Betriebe, im Bauhauptgewerbe 14 Betriebe. Im Jahr 2010 bestanden zudem 47 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von insgesamt 897 ha. Davon waren 772 ha Dauergrünfläche.
Medien
Im Hauptort ist der Digitalradiosender Radio BUH ansässig.
Verkehr
Grassau liegt an der Bundesstraße 305 und damit an der Deutschen Alpenstraße. Eine regionale Verbindung stellt die Staatsstraße 2096 dar. Die nächstliegende Autobahn ist die Bundesautobahn 8 (München–Salzburg).
Der nächstliegende Bahnhof befindet sich heute in Übersee. Ab 1885 hatte Grassau einen Bahnhof an der Bahnstrecke Übersee–Marquartstein. Die Strecke wurde 1968 bzw. 1992 im Personenverkehr sowie im Güterverkehr stillgelegt.
Die Verkehrsbedienung im Öffentlichen Personennahverkehr erfolgt durch die folgenden Buslinien der DB-Tochter Regionalverkehr Oberbayern:
Rottau, Grassau und Reifing liegen am Bodensee-Königssee-Radweg, welcher in Lindau beginnt und zum Königssee bei Berchtesgaden führt.
Bildung
Es gibt folgende Einrichtungen (Stand 2014):
- Vier Kindergärten: 302 Kindergartenplätze mit 298 Kindern und 49 Erziehern
- Volksschulen: drei (darunter die private Montessorischule Chiemgau) mit insgesamt 44 Lehrern und 596 Schülern
- Musikschule seit 1. Oktober 1975
- Gemeindebücherei
Persönlichkeiten
- Ernst A. Lehmann (1886–1937), Luftschiffkapitän, umgekommen bei der Luftschiffkatastrophe von Lakehurst 1937, begraben in Grassau
- Willy Reichert (1896–1973), Komiker, Schauspieler, Sänger; am alten Gemeindefriedhof Grassau begraben
- Fritz Rudolf Wüst (1912–1993), Althistoriker, verstorben in Grassau
- Wolfgang Sawallisch (1923–2013), Dirigent und Generalmusikdirektor, verstorben und begraben in Grassau
- Stefan Dettl (* 1981), Musiker, Frontmann der Gruppe LaBrassBanda, in Grassau aufgewachsen
- Ronja von Rönne (* 1992), Bloggerin, Journalistin und Schauspielerin, aufgewachsen in Grassau
Ehrenbürger
Folgenden Personen wurde seit 1967 die Ehrenbürgerwürde verliehen:
Literatur
- Angeline Bauer: Die Niemalsbraut. Historischer Roman über Grassau. Rosenheimer Verlagshaus, Rosenheim 2012, ISBN 978-3-475-54124-7.
- Stefan Breit: Häuserbuch von Grassau und Rottau. In: Marktgemeinde Grassau (Hrsg.): Die Geschichte der Marktgemeinde Grassau. Band 1. Grassau 2007.
- Uta Grabmüller: Das Musikleben in Grassau und Rottau. In: Marktgemeinde Grassau (Hrsg.): Die Geschichte der Marktgemeinde Grassau. Band 2. Grassau 2008.
- Stefan Kattari: Schulgeschichte von Grassau und Rottau. In: Marktgemeinde Grassau (Hrsg.): Die Geschichte der Marktgemeinde Grassau. Band 3. Grassau 2009.
- Maria und Josef Adersberger, Marianne Willer: Brauchtum und Tracht in Grassau und Rottau. In: Marktgemeinde Grassau (Hrsg.): Die Geschichte der Marktgemeinde Grassau. Band 4. Grassau 2010.
- Hans-J. Grabmüller: Die historische Entwicklung. Teil I: Von den Anfängen bis 1803. In: Marktgemeinde Grassau (Hrsg.): Die Geschichte der Marktgemeinde Grassau. Band 5. Grassau 2011.
- Hans-J. Grabmüller: Die historische Entwicklung. Teil I: Von 1803 bis 1945. In: Marktgemeinde Grassau (Hrsg.): Die Geschichte der Marktgemeinde Grassau. Band 6. Grassau 2012.
- Uta Grabmüller: Engagement und Ehrenamt. Das Vereinsleben in Grassau und Rottau. In: Marktgemeinde Grassau (Hrsg.): Die Geschichte der Marktgemeinde Grassau. Band 7. Grassau 2013.
- Olaf Gruß, Gerold Stiegler: Verkehr und Tourismus in Grassau und Rottau. In: Marktgemeinde Grassau (Hrsg.): Die Geschichte der Marktgemeinde Grassau. Band 8. Grassau 2014.
- Hans-J. Grabmüller, Stefan Kattari, Fritz Seibold: Handwerk und Gewerbe in Grassau und Rottau. In: Marktgemeinde Grassau (Hrsg.): Die Geschichte der Marktgemeinde Grassau. Band 9. Grassau 2015.
- Lothar Altmann: Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt. Grassau im Chiemgau. In: Kleine Kunstführer. 5., völlig neu bearbeitete Auflage. Nr. 37. Schnell + Steiner, Regensburg 2013, DNB 1036635767.
- Claus D. Hotz, Raimund Schupfner: Grassau, Markt und Luftkurort im Chiemgau. Geiger-Verlag, Horb am Neckar 1993, ISBN 3-89264-821-2.
Weblinks
- Markt Grassau
- Grassau: Amtliche Statistik des Bayerischen Landesamtes für Statistik
Einzelnachweise
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